Heute war ein ganz besonderer Tag.
Ich hatte Besuch des Erfinders und Firmeninhabers von Magic-Cristal. Er wollte mal wieder Goldwaschen.
Kaum war ich am Rhein, gesellte sich Frau Richter mit ihren beiden Söhnen Tim und Tobias zu uns, welche Goldwaschurlaub bei uns machen. Vor 2 Wochen hatte sie einen Kurs bei uns besucht. Sie fuhr dann wieder nach Hause, aber ihre Kinder haben keine Ruhe gegeben und wollten unbedingt wieder zu uns in das schöne Markgräflerland.
Ich denke, dass nicht das Ländle sondern das Goldfieber sie gepackt hat.
Sie haben sich nun im Cafe-Bürgel einquatiert, welches uns einen Speziellen Übernachtungstarif zur verfügung gestellt hat. Goldsucher, die im Haus übernachten und bei einem Goldwaschkurs angemeldet sind, bekommen den speziellen Tarif.
Ach, ich hätte es ja fast vergessen: Hans Feiersinger hatte das letzte Mal 1988 in Australien mit Henry, einem Urigen und echten Australier, Gold gewaschen. Und man wird es glauben oder nicht, selbst nach diesen 20 Jahren hat Hans die Waschtechnik, welche er damals gelernt hatte, nicht vergessen. Ungewöhnlich für mich war tatsächlich seine Waschtechnik. Er kannte die Waschpfannen, die es heute gibt und die ich sehr gerne verwende, nicht. Er wusch damals mit Rillenlosen Pfannen, was ein waschen schon schwieriger gestaltet als heute. Wir haben ja diese stark hinterschnittenen Rillen, was es uns ermöglicht, die Pfanne fast senkrecht in´s Wasser zu halten um unnötigen Sand zu entfernen. Würde das man mit einer völlig glatten Schüssel machen, wären die Flitter schneller weg als man sie in der Pfanne hätte. So hat letztendlich er mir einen Goldwaschkurs gegeben und nicht ich ihm. Natürlich musste ich ihm den Umgang anfänglich zeigen, aber nach sehr kurzer Zeit hatte er schon vier schöne Goldflitter in der Pfanne, die er dann laut lachend mit dem Pinsel in sein Gläschen beförderte.
Auf mein Fragen nach seinem Lachen, erzählte er mir, dass man diese Flitter, die man hier bei uns findet, in Australien schlicht für die Fische ist. Er hatte damals richtige Nuggets gefunden, welche man mit der Hand aufnehmen konnte.
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Hans in unberührter Natur
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"Jaja, damals in Australien war das noch anders wie heute. Im Schnitt holte ich Nuggets im Wert um die 100 Australische Dollar pro Tag aus dem Fluss. Nachteil der ganzen Sachen waren dann doch die etwas abgekühlten Gliedmaßen. Den ganzen Tag im fließenden Fluss zu stehen und dass auch noch die meiste Zeit Barfuß, das kann einem schon zusetzen. Heute habt ihr das aber ja besser.",
sagte er und ich fühlte mich um Jahre zurück versetzt. Irgendwie kamen Abenteuergedanken. Weite unberührte Natur, keine Menschenseele, keine Handys, kein Strom, keine Medizinische Grundversorgung wie heute....
Da bin ich aber doch froh, dass ich heute lebe. Ich glaube damals in der guten "Alten Zeit" war dann doch nicht alles so gut. Ich denke, jedes Jahrzehnt hat seine Vorzüge und auch Nachteile. Machen wir das Beste daraus.
Im Laufe des Tages wurden die Funde dann deutlichst besser. Auch Familie Richter konnte nicht klagen und hat schon sichtbare Erfolge gesammelt. Hans hat am Schluss sein Glas in seiner Tasche versteckt. Auf mein Fragen, wie viele er denn jetzt hat, antwortete er nur: "In Australien war das schon anders, da waren es Nuggets, aber ich geh morgen zu meinem Zahnarzt und habe einen Job für ihn".
Mehr weiß ich auch nicht. Auf jeden Fall waren alle recht glücklich und K.O. zugleich. Und die Dusche war auch nicht mehr fern...
P.S.: Im übrigen werde ich diese "Australien Technik" in meine integrieren. Mal sehen, ob ich denn nicht noch mehr finden kann.
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